Der Unke

Heinz Unke, geboren am 13.08.1961 in Potsdam. Unke lebt heute in Berlin.

Heinz Unke

In der Nacht des Mauerbaus geboren, fand Unke zügig seine Orientierung. Er verschrieb sich der Ausbildung des Nachwuchskaders. Auf diesem Pfad mauserte er sich bis zum Stabsoffizier des MfS. Unke kannte und verzieh keine Fehltritte.

Als nach 28 Jahren sein staatlich verordneter Schutzwall durchbrach, begegnete er der neuen Welt mit überlegenem Lächeln.

Weil er niemanden fand, den er für seine Überzeugungen anprangern konnte, nagelte er diese gekonnt an das Kreuz, der alten Zeit.

Das Spiel Unkes änderte sich. Es verlor seine Statik. Er ersetzte sie durch enorme Dynamik. Alte Kameraden mutierten zu Leidensgenossen. Einstige Feinde entwickelten sich zu Freunden.

So gelang es ihm, neue Geschichten zu erzählen. Dabei machte er es zur Gewohnheit, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Der Schalk wurde sein ständiger Begleiter.

Wie beim Roulette hielt er seine Kugel im Spiel. Ihm war mehr als bewusst, dass die Bank zum größten Teil am Gewinn beteiligt ist.

Er wechselte so oft den Kurs, dass ihm bald die ganze Welt zu Füßen lag. Doch sein Augenmerk galt immer seiner Heimat.

Mit dem Herz auf der Zunge und der Hand am Sicherungshebel gestaltete er sie streitbar.

Die Öffnung seiner Welt gebar genug Ströme. Starke, Kriechende, Gleiche, Dreh- und Wechselströme. In seinem Erstlingswerk »Neun Grenadiere« fungierte er an der Seite AllAN GAP’s als Co-Autor. In einem zweiten Buch reflektierte er die jüngste deutsche Geschichte, in dem er sich Bukowski näherte. »Unke küsst Bukowski« ist eine Schießübung auf seine eigene Herkunft. Er übersetzte sie in die Kultur eines so anderen .. gleichen Landes.

Unke wird nie zur Ruhe kommen, solange wir ihn mit diesem Futter nähren. Nach seiner Sicht mündet die Formel zu allen Zeiten in einer Gleichung. Er hält noch immer die Bank.

Aus dem Text von IM Auguste über HEINZ UNKE